Madrid - Museo de America
15.11.2019
Unsere heutigen Ziele sind das "Museo de America" und der "Faro de Moncloa".
Faro? Das heißt doch Leuchtturm und dann in Madrid? Ob der Turm nachts leuchtet, wissen wir nicht aber ein Faro ist es wirklich nicht, sondern ein Turm mit einer Aussichtsplattform, die allerdings nur zu einem viertel begehbar ist.

Faro und Museum
liegen direkt nebeneinander.

So stellten sich die Menschen der Alten Welt die Bewohner der "Neuen Welt". Das sind nur zwei der Abbildungen, die gleich zu Beginn der Ausstellung zu sehen sind. Menschenfressende kopflose und vor allem ungläubige Eingeborene!

Eigentlich schade aber die Beleuchtung machte ein besseres Foto unmöglich. Es ist eine Kopie des berühmten Sonnenstein's oder bekannter unter dem Namen:
Maya Kalender.

Die nächsten Bilder zeigen vorr allem Cortez in der "Neuen Welt"

 

 

Ob das damalige Vorgehen gegen die Ureinwohner mit all seinen Auswüchsen wirklich notwendig war, wage ich zu bezweifeln.
Das was durch die Conquistadoren an Gewalt ausgeübt wurde, würde man heute anders benennen!

 

Die Ausstellungsstücke aus allen Teilen Amerikas waren sehr beeindruckend und zeugten von der Kunstfertigkeit der Bewohner. Aber um diese Kunstschätze ging es Cortez damals nicht, nur um deren materiellen Wert.
Keiner kann sich vorstellen, wie viele dieser Arbeiten der Gold- und Silberschmiede zerstört und/oder zu solchen Gold- und Silberbarren eingeschmolzen wurden.

Viele der ausgestellten Keramiken zeigten Szenen aus dem Alltag.
Links ein "vereinigtes Paar" und rechts die Darstellung einer Geburt.
 

Ob Keramik oder Stein, alle Arbeiten zeugen von der großen Kunstfertigkeit der Bewohner der gesamten Neuen Welt. Am ehestens verbindet man aber wohl die Darstellung im rechten Bild mit den Bewohnern Mittel- und Südamerikas, den Inka und Maya.

In einer Vitrine konnte man auch "Codices" der Maya-Schrift sehen, die erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts fast vollständig entziffert werden konnten. Durch den Katolischen Bischof von Yukatan, Diego de Landa wurden während der Conquista fast alle schriftlichen Aufzeichnungen verbrannt. Damit ist viel Wissen der Maya aber auch der anderen Ureinwohner der "Neuen Welt" verloren gegangen.

 

Auf diesen und ähnlichen Gemälden sieht man Menschen in damals typischer "Tracht" und Erläuterungen zu den Pflanzen, Bäumen und deren Früchte. Die "Galakleidung" des Indios im rechten Bild entspricht aber für mein Dafürhalten nicht der traditionellen Kleidung sondern ein Abbild aus der "Alten Welt".

Zusehen waren auch etliche Gemälde auf denen Darstellungen vom Leben in den Kolonien. Vor allem ging es immer wieder um das Zusammenleben der verschiedenen Rassen miteinander.

Einige Darstellungen bezogen sich auch auf die Vermischung und Zuordnung. Bei den Bildern kam uns der Gedanke an "Rassenlehre". Die Gemälde links und die Beschreibung rechts vermitteln diesen Eindruck.

Die Ausstellung war beeindruckend und ist sehenswert. Die Darstellung der verschiedenen Kulturen und auch Religionen der "Neuen Welt" von Nord- bis Südamerika war nicht einseitig, sondern sehr gut aufgebaut, so daß man einen guten Überblick bekommen hat.
Wie man die Geschichte der Entdeckung von der Entdeckung Amerikas bis hin zum Wirken der Conquistadoren und der "Christianisierung" der Ureinwohner sieht und bewertet, muß jeder für sich entscheiden.

Zum Abschluß des Ausfluges ging es mit dem Aufzug zur Aussichtsplatform des Faro de Moncloa, von dem aus man einen guten Überblick über Madrid hat. Allerdings ist nur der Madrid zugewandte Teil des Faro begehbar, was leider nur 1/4 ausmacht. für 2 pro Person kann man diesen Ausflug durchaus machen.

Nach der Besichtigung sind wir noch in ein Restaurant eingekehrt und haben uns eine lekkere Pizza gegönnt, dann ging es mit der Metro wieder zurück zum Campingplatz.
Der Nahverkehr und vor allem die Metro funktionieren in Madrid sehr gut. Hinzu kommen noch die Möglichlichkeiten, sich E-Roller, 2 sitzigen E-Mopeds und E-Bikes auszuleihen. Die Roller wie sie auch in Dland unterwegs sind, hier allerdings ohne Kennzeichen und den anderen in DLand vorgeschriebenen Details.
Eigentlich braucht man bei diesem Gesamtangebot kein eigenes Fahrzeug um im Innnenstadtbereich mobil zu sein. Wie das organisiert ist, keine Ahnung aber die offiziellen Stellplätze waren immer "gefüllt" und hier und da in der Stadt standen die Mopeds, Fahrräder und anderen E-Fahrzeuge dort, wo der Nutzer sie verlassen hat aber von Chaos keine Spur. Ein wenig problematisch sehe ich aber die Fahrspuren für diese "Räder" in den Hauptverkehrsstraßen. Letztendlich sorgen aber diese dafür, dass 25 bzw. 30km/h im Innenstadtbereich eingehalten werden müssen, lediglich die Busse auf ihren eigenen Spuren waren schneller.
Trotz der vielen Möglichkeiten E-Fahzeuge zu nutzen hat Madrid, wie wir desöfteren im spanischen Fernsehen verfolgen können, mit der Abgasbelastung durch nicht E-Fahrzeuge zu kämpfen. Da half es auch nicht, ganze Straßenzüge zu untertunneln und obendrauf zehntausende von Bäumen, Pflanzen und Sträuchern an zupflanzen.

Und dann die Metro. Kaum Wartezeiten. In den Stoßzeiten allerdings auch kaum freie Plätze. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Metro nur von Smartphones genutzt wird abgesehen von einigen Wenigen, die während der Fahrt ein Buch lasen. Menschen ohne Handy haben wir fast nie gesehen. Wir kamen uns schon wie Aussätzige vor, weil unsere Handys in den Taschen waren. Lag vielleicht auch daran, daß ich es nicht geschafft hatte im Untergrund Netz zu bekommen ;-)

Fazit zu Madrid:
Eine lebendige Stadt, die sich besonders an den Wochenenden "über"füllt. Die vielen Parks und Anlagen sind nicht nur touristische Punkte sondern werden von den Bewohnern der Stadt genutzt, wenn es nur irgend möglich ist! Wer alte historische Gebäude und Einrichtungen sucht, der wird kaum fündig. Es scheint als wäre Madrid erst im 18. Jahrhundert aufgebaut worden. Dennoch eine wirklich sehenswerte moderne Stadt mit vielen kulturellen Einrichtungen und Parks.

Madrid ist eine Reise wert.

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